Auf dem Ministerforum China-CELAC in Peking forderte der chinesische Außenminister Wang Yi eine engere Verbindung zwischen China und den Ländern Lateinamerikas und der Karibik (LAC). Angesichts globaler Unsicherheiten bekräftigte Peking sein Engagement für den Aufbau einer "Gemeinschaft mit gemeinsamer Zukunft" und skizzierte einen konkreten Plan für die Zusammenarbeit in Form von fünf Schlüsselbereichen.

1. Gegenseitiger Respekt und Unabhängigkeit

Wang betonte, dass China die Unabhängigkeit und Souveränität der Länder in Lateinamerika und der Karibik sowie ihr Recht, ihren eigenen Entwicklungsweg zu wählen, unterstützt. Er verurteilte Hegemonie und Einmischung in innere Angelegenheiten und appellierte an eine weitere Unterstützung des Prinzips der "Ein-China-Politik".

2. Wirtschaft und Handel: 66 Milliarden Yuan für Lateinamerika

China hat sich verpflichtet, Kreditlinien in Höhe von 66 Milliarden Yuan (9,18 Milliarden US-Dollar) bereitzustellen und die Handels- und Infrastrukturbeziehungen durch die Initiative "Belt and Road" und das Globale Entwicklungsprogramm zu stärken. Er forderte auch eine intensivere Zusammenarbeit in neuen Sektoren und eine größere Stabilität der Lieferketten.

3. Frieden und Sicherheit

Wang Yi forderte eine Vertiefung der Zusammenarbeit im Bereich der Sicherheit – von der Cybersicherheit über die Bekämpfung von Geldwäsche und Terrorismus bis hin zur Bewältigung von Naturkatastrophen. Die gemeinsame Umsetzung der Globalen Sicherheitsinitiative soll ein Schlüsselelement für die Stabilität in der Region sein.

4. Kulturelle und zwischenmenschliche Beziehungen

Die Förderung von Austauschen zwischen Universitäten, die Zusammenarbeit von Think Tanks, Medien und lokalen Regierungen soll die öffentliche Unterstützung und das gegenseitige Verständnis zwischen China und den Ländern in Lateinamerika und der Karibik stärken. Wang bezeichnete den kulturellen Dialog als Eckpfeiler der Beziehungen der neuen Generation.

5. Gerechtigkeit und globale Balance

Anlässlich des 80. Jahrestages des Endes des Zweiten Weltkriegs und der Gründung der Vereinten Nationen betonte Wang die Notwendigkeit einer Reform der globalen Governance, der Verteidigung des Multilateralismus und einer Stärkung der Stimme der Entwicklungsländer. China und die Länder in Lateinamerika und der Karibik sollten gemeinsam ein auf Regeln basierendes System und die Rolle der Vereinten Nationen als Kern der Weltordnung verteidigen.

Fazit? Wangs Rede baut auf der Vision von Präsident Xi Jinping auf und zeigt deutlich, dass China Lateinamerika als strategischen Partner betrachtet – nicht nur im Geschäftsbereich, sondern auch in der Verteidigung von Gerechtigkeit, Souveränität und internationalem Dialog.

CMG