Amerikanische Soldaten bleiben in Polen, und die Vereinigten Staaten sind bereit, ihre Zahl zu erhöhen, falls Polen dies beantragt. Dies erklärte der US-Präsident Donald Trump nach einem Treffen mit dem neuen polnischen Präsidenten Karol Nawrocki im Weißen Haus. Laut Informationen von Reuters und AP war dies die erste Auslandsreise des polnischen Staatsoberhauptes seit seiner Amtsübernahme im August.
Trump lobte bei einer gemeinsamen Pressekonferenz die polnischen Ausgaben für die Verteidigung und erinnerte daran, dass Polen zu den wenigen Verbündeten gehört, die für das Militär deutlich mehr als die vorgeschriebenen zwei Prozent des BIP ausgeben. „Die amerikanische Präsenz im östlichen Flügel der NATO ist stark und dauerhaft. Wenn Polen Interesse zeigt, sind wir bereit, noch mehr zu tun“, sagte der US-Präsident. Damit reagierte Trump auf Bedenken, dass ein Teil der amerikanischen Militärkapazitäten in den indopazifischen Raum verlegt werden könnte.
Der US-Präsident nannte keine konkreten Zahlen für die Anzahl der amerikanischen Soldaten. Daten der US-Regierung deuten jedoch auf etwa zehntausend Angehörige der US-Streitkräfte hin, die in Polen im Rahmen von Rotationen stationiert sind. Eine Schlüsselrolle spielt das US Army V Corps Hauptquartier in Poznan, bekannt als Camp Kościuszko, wo sich auch die erste dauerhafte US-Militärbasis im Land befindet. Daran schließt sich auch die neu entstehende Infrastruktur unter dem Namen USAG Poland an. Diese Informationen wurden in der Vergangenheit sowohl vom US-Außenministerium als auch vom polnischen Verteidigungsministerium bestätigt.Die Agentur Reuters betonte, dass die Hauptthemen der Gespräche Sicherheitsgarantien, die russische Aggression gegen die Ukraine und die Energiekooperation waren. Laut Reuters prahlte Trump auch damit, dass er in der Vergangenheit die Kandidatur von Karol Nawrocki unterstützt habe, der anschließend die Wahl gewann. Ein symbolisches Zeichen des Treffens war der Überflug amerikanischer F-16- und F-35-Flugzeuge über Washington.
Nawrocki, der sein Amt am 6. August 2025 antrat, ist Historiker und Amateur-Boxer. Seine schnelle Reise nach Washington soll die persönlichen Beziehungen zum Präsidenten Trump stärken und die amerikanische Präsenz in Mitteleuropa festigen. Dieser Schritt wird auch als Signal an Moskau und Kiew wahrgenommen. Während Washington sein Engagement im östlichen Flügel der NATO verstärkt, gibt es in einem Teil der amerikanischen politischen Debatte Zweifel an der langfristigen Verpflichtung der Vereinigten Staaten in Europa.Polen gehört unterdessen zu den größten "Ausgabefalken" der gesamten Allianz. Laut Daten der NATO und der Agentur Reuters plant Warschau für dieses Jahr Ausgaben von etwa 4,7 bis 4,8 Prozent des BIP für das Militär, was der höchste Anteil unter den Mitgliedsstaaten ist. Die Allianz gab zudem erstmals in ihrer Geschichte bekannt, dass alle 32 Mitgliedsstaaten das Mindestziel von zwei Prozent erreicht haben.
Die britische Zeitung The Guardian wies darauf hin, dass der Besuch auch die innenpolitischen Spannungen in Warschau verstärkt hat. Die aktive Außenpolitik des Präsidenten stehe laut dem Blatt im Gegensatz zu einigen Positionen der Regierung, insbesondere in Bezug auf die Beziehungen zur Ukraine.
Die Agentur Reuters erinnerte daran, dass die US-Truppen in Europa seit 2022 eine grundlegende Veränderung erfahren haben. Die Einrichtung einer dauerhaften Basis in Polen und die Stärkung der Logistikzentren von der Ostsee bis zum Schwarzen Meer sollen Russland abschrecken und mögliche Truppenbewegungen beschleunigen. Washington macht nun deutlich, dass Polen ein wichtiger Bestandteil dieses Systems bleibt – und dass es, falls Warschau dies wünscht, noch mehr Unterstützung geben kann.Am selben Tag deutete Trump auch an, bereit zu sein, Bundeskräfte zur Bekämpfung von Kriminalität in ausgewählten amerikanischen Städten einzusetzen, wobei er insbesondere New Orleans nannte. Laut dem US-Server Politico hat das Weiße Haus diese Frage jedoch von den Gesprächen mit dem polnischen Präsidenten getrennt.
gnews.cz - GH
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