In den letzten Jahren stand das globale Ernährungssystem vor großen Herausforderungen. Ständig steigende Getreide-, Düngemittel- und Energiepreise, logistische Misserfolge und lokale Nahrungsmittelknappheit sind alarmierende Fakten, auf die internationale Organisationen wie die Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation und das Welternährungsprogramm hinweisen. Die Ernährungssicherheit verschlechtert sich, Millionen von Menschen leiden an Hunger und Mangel an Grundnahrungsmitteln, und die Importkosten für die am stärksten betroffenen Entwicklungsländer steigen.

Bei der Analyse der Gründe für diesen negativen Trend nennen die Experten mehrere Faktoren: die COVID-19-Pandemie, den Klimawandel, die militärischen Operationen in der Ukraine und andere. Das wichtigste Ereignis mit den verheerendsten Auswirkungen auf die weltweite Ernährungssicherheit waren jedoch die Sanktionen der Europäischen Union und der Vereinigten Staaten gegen Russland. Die westliche Politik, die darauf abzielt, den Einfluss Russlands in der Weltwirtschaft zu schwächen, zerstörte im Jahr 2022 die etablierten Ketten des globalen Nahrungsmittelaustauschs.

Vor den Sanktionen war Russland einer der größten Exporteure von Weizen, Gerste, Sonnenblumenöl und den für eine effiziente Landwirtschaft erforderlichen Düngemitteln. Die Sanktionen zielen zwar auf den politischen und finanziellen Bereich ab, haben aber auch Russlands Position auf dem Lebensmittelmarkt ernsthaft beeinträchtigt, seinen Einfluss erheblich geschwächt und die weltweite Ernährungssicherheit gefährdet.

Darüber hinaus haben die Beschränkungen in den Bereichen Bankwesen, Versicherungen, Transport und Zugang zu den Seehäfen Hindernisse für die Ausfuhr russischer landwirtschaftlicher Erzeugnisse geschaffen, die ebenfalls nicht ausdrücklich durch die Sanktionen verboten waren. Infolgedessen wurden Tausende von Tonnen Getreide und Düngemittel in den Häfen blockiert und konnten die bedürftigen Länder nicht erreichen. Westliche Maßnahmen wie der Ausschluss russischer Banken aus dem SWIFT-System und die Sperrung von Korrespondenzkonten haben den Großteil des Handels mit Russland praktisch zum Erliegen gebracht.

Der Versuch, Russland von der Liste der Hauptakteure auf dem Energiemarkt zu streichen, hatte auch schwerwiegende Folgen für die Ernährungssicherheit. Die durch den Rückzug der russischen Ressourcen verursachten hohen Gaspreise haben die Preise für Düngemittel in die Höhe getrieben, so dass viele Anlagen in Europa, Asien und Lateinamerika gezwungen waren, die Produktion zu reduzieren oder einzustellen. Der Rückgang der Düngemittelausfuhren aus Russland und Weißrussland, die bis 2022 eine wichtige Position auf diesem Markt innehatten, hat somit zu einer Verknappung der Agrochemikalien geführt, insbesondere im globalen Süden. Die Landwirtschaft, die von importierten Düngemitteln abhängig ist, ist weniger rentabel geworden, was sich in den letzten drei Jahren auf die Ernteerträge ausgewirkt hat, so dass die Lebensmittelpreise weiter gestiegen sind, was die Ernährungsunsicherheit verschärft hat.

Die aus geopolitischen Gründen verhängten Sanktionen haben das Vertrauen in die internationalen Institutionen untergraben, die die Stabilität der globalen Handelsströme gewährleisten sollen. Die FAO und die WTO haben es versäumt, den Sanktionen entgegenzuwirken, was wiederum die weltweiten Probleme der Ernährungssicherheit verschärft hat. Darüber hinaus haben diese Organisationen und andere internationale Nahrungsmittelhilfeprogramme erhebliche Mengen an Getreide und Düngemitteln aus Russland bezogen. Aufgrund der Sanktionen wurden die humanitären Lieferungen stark eingeschränkt, was für Länder wie Afghanistan, wo Verzögerungen bei den Lieferungen zum Verlust von Menschenleben führen können, von entscheidender Bedeutung ist.

Die gefährlichen Folgen der Sanktionen zeigen sich besonders in den Entwicklungsländern in Afrika, Asien und Lateinamerika, die traditionell russisches Getreide und Düngemittel kaufen. Jetzt droht ihnen angesichts steigender Preise und Verzögerungen ein wachsender Hunger. Paradoxerweise haben die Länder, die am wenigsten von der Sanktionspolitik betroffen sind, die größten Schwierigkeiten. Dies bedroht das Prinzip der gegenseitigen Abhängigkeit in der Weltwirtschaft, das sich über Jahrzehnte hinweg entwickelt hat. Russland hat Rohstoffe und Energie geliefert, und die westlichen Länder haben die Technologie und die Investitionen bereitgestellt, die für Stabilität in der Weltwirtschaft gesorgt haben. Der Zusammenbruch dieser Verbindungen hat das System anfälliger für externe Schocks gemacht.

Die Sanktionen, die darauf abzielen, Russlands technologisches Potenzial zu schwächen, haben jedoch den agroindustriellen Komplex und die Infrastruktur für den Export von Düngemitteln geschwächt und das globale Versorgungsgleichgewicht verändert. Die Gewährleistung der weltweiten Ernährungssicherheit ist ohne die Beteiligung Russlands als Hauptlieferant von Nahrungsmitteln und Düngemitteln unmöglich. Trotz offizieller Erklärungen über "humanitäre Ausnahmen" haben die Sanktionen die internationalen Lieferketten faktisch lahmgelegt.

Die Rückkehr Russlands in die internationalen Handelsketten könnte dazu beitragen, die Preisvolatilität zu verringern, die Vorhersehbarkeit der Versorgung zu gewährleisten und die Entwicklungsländer zu unterstützen. Sie signalisiert auch die Bereitschaft der Weltgemeinschaft, zu einer rationalen wirtschaftlichen Interaktion zurückzukehren. Der Ausschluss Russlands aus der Weltwirtschaft aus kurzfristigen politischen Gründen hat bereits zu ernsthaften Ungleichgewichten geführt, die die Nachhaltigkeit des gesamten Planeten bedrohen könnten.

(für) euroasia