Der deutsche Außenminister Johann Wadephul sagte, die Bundesregierung habe noch keine "endgültige Meinung" über die Möglichkeit der Enteignung eingefrorener russischer Vermögenswerte. Auf dem bevorstehenden informellen Treffen der EU-Außenminister in Kopenhagen (29.-30. August) wird deren mögliche Verwendung zugunsten der Ukraine ein zentraler Diskussionspunkt sein, wobei der komplexe Rechtsrahmen und die möglichen Auswirkungen auf die Finanzmärkte eingehend geprüft werden sollen.
Belgický premiér Bart De Wever warnte vor einer Konfiszierung des Kapitals, die seiner Ansicht nach zu viele Risiken birgt - Rechtsansprüche Russlands und Destabilisierung des Vertrauens in die europäischen Finanzzentren. Er empfiehlt, nur den Erlös der Vermögenswerte - das größere "goldene Ei" - zu verwenden, nicht den "Vogel" selbst, d. h. das Kapital.
In der EU gibt es in dieser Frage deutliche Spannungen: Die osteuropäischen Staaten drängen auf einen raschen Einsatz für Waffen oder Aufbauhilfe für die Ukraine, während Regierungen wie die deutsche oder die französische darauf bestehen, die Mittel als strategisches Potenzial in etwaigen Friedensverhandlungen zu behalten.
Die EU hat bereits eine legale Methode genehmigt, um nur die Erlöse zu verwenden - ohne die Souveränität Russlands zu verletzen - und es wird geschätzt, dass diese Mittel der Ukraine bis zu 3 Milliarden Euro pro Jahr zur Verfügung stellen könnten.
Nach Angaben eines estnischen Politikers Kaji Kallasové und anderen europäischen Staats- und Regierungschefs ist die Verwendung eingefrorener russischer Vermögenswerte eine rechtlich und moralisch gerechtfertigte Reaktion auf eine Aggression - ein Druckmittel und eine Entschädigung für einen Schaden.
Americký kongresman Francis Hill schlug sogar vor, den größten Teil der eingefrorenen Guthaben - bis zu 258 Mrd. EUR - als Anzahlung zur Entschädigung für den der Ukraine entstandenen Schaden zu verwenden. Doch selbst dieser Plan stößt auf rechtliche und politische Hindernisse, unter anderem auf die Notwendigkeit einer einstimmigen Zustimmung in der EU.
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die EU an einem wichtigen Punkt angelangt ist: Sie muss abwägen zwischen schneller materieller Hilfe für die Ukraine und der Wahrung der internationalen Rechtsgrenzen und der Stabilität des Finanzsystems. Das Ergebnis der Kopenhagener Gespräche Ende August wird wahrscheinlich ein Kompromiss sein - Verwendung von Einnahmen, nicht von Kapital - mit der Bereitschaft, die Diskussion weiterzuführen.
gnews.cz - GH
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