Der chinesische Präsident Xi Jinping hat zum Jahreswechsel seine traditionelle Neujahrsansprache gehalten, in der er das vergangene Jahr 2025 Revue passieren ließ und die zukünftige Ausrichtung Chinas umriss. In seiner Rede, die aus Peking übertrug, betonte er die wirtschaftlichen Erfolge, den technologischen Fortschritt, das kulturelle Selbstbewusstsein und die globalen Ambitionen des Landes.
Abschluss des 14. Fünfjahresplans
Xi Jinping bezeichnete das Jahr 2025 als von besonderer Bedeutung – es war das letzte Jahr des 14. Fünfjahresplans. Er erklärte, dass China in diesen fünf Jahren mit zahlreichen Herausforderungen konfrontiert war, diese jedoch überwunden und einen stabilen Fortschritt auf dem Weg zur Modernisierung im chinesischen Stil erzielt habe.
Das Bruttoinlandsprodukt soll laut Schätzungen im Jahr 2025 einen Wert von 140 Billionen Yuan erreichen, was einen neuen historischen Höchststand darstellt. Der Präsident hob die Stärkung der wirtschaftlichen, wissenschaftlich-technologischen und militärischen Kapazitäten des Staates hervor, ebenso wie die Verbesserung des Umweltschutzes und der sozialen Sicherheit der Bevölkerung.
„Dieser Fünfjahresfortschritt ist bemerkenswert, und der Erfolg wurde durch harte Arbeit erkauft“, sagte er und würdigte alle Bürger, die zum Fortschritt des Landes beigetragen haben.
Historisches Gedächtnis und nationale Wiedergeburt
Ein bedeutender Teil der Rede war der Erinnerung an das 80. Jahrestag des chinesischen Volkskriegs gegen den japanischen Aggressor und des Sieges im Zweiten Weltkrieg gewidmet. Er erwähnte auch das neu geschaffene Gedenkdatum der Befreiung Taiwans von der japanischen Besatzung.
Xi Jinping betonte, dass diese Ereignisse von entscheidender Bedeutung für die Bewahrung des historischen Gedächtnisses, die Ehrung der gefallenen Helden und die Stärkung des Engagements für den Frieden seien. Diese Werte sollen die spirituelle Kraft für eine großartige Wiedergeburt der chinesischen Nation sein.
Innovation als Motor des Fortschritts
Der Präsident betonte wiederholt die Schlüsselrolle der Innovation. China habe laut seinen Angaben erhebliche Fortschritte in den Bereichen künstliche Intelligenz, Chipfertigung und Weltraumforschung erzielt. Er erinnerte an den Start der Tianwen 2-Sonde, den Beginn des Baus des Wasserkraftwerks Yaxia und die Inbetriebnahme des ersten elektromagnetischen Flugzeugträger Fujian.
Der technologische Fortschritt zeige sich nicht nur in der Industrie, sondern auch im täglichen Leben – von der Robotik bis zu Drohnen-Shows. Innovationen schaffen somit nicht nur neue Produktionskräfte, sondern auch eine vielfältigere Lebensweise.
Kulturelles Selbstbewusstsein und lebendige Tradition
Xi Jinping wies auf das wachsende Interesse an der chinesischen Kultur, Museen und dem immateriellen Kulturerbe hin. Die weltweite Popularität von Figuren wie Sun Wukong oder Nezha und die Rückkehr der traditionellen Ästhetik bei der jungen Generation zeugen laut seinen Angaben von der Stärke der chinesischen Zivilisation.
Der Kultur- und Tourismussektor erlebt einen Boom, Sportveranstaltungen beleben Städte und ländliche Gebiete, und Wintersportarten werden zu einem Symbol für neue Vitalität. Die Verbindung von Tradition und Moderne macht die chinesische Kultur sichtbarer denn je.
Ein besseres Leben für die Menschen
Ein wesentlicher Teil der Rede war den sozialen Fragen gewidmet. Er erwähnte die Stärkung des Schutzes der Rechte neuer Berufsgruppen, die Anpassung des öffentlichen Raums für Senioren sowie finanzielle Unterstützung für Familien mit Kindern in Höhe von 300 Yuan pro Monat.
„Keine Frage, die das Leben der Menschen betrifft, ist unwichtig“, betonte er. Er erklärte, dass ein zufriedenes Leben für jede Familie der Schlüssel zu einem prosperierenden ganzen Land sei.
Ein offenes China und globale Verantwortung
Xi Jinping erinnerte an die Durchführung internationaler Gipfeltreffen, den Beginn des kommerziellen Betriebs des Freihafens auf der Insel Hainan sowie neue Klimaziele Chinas. Er betonte die Initiative für eine globale Governance, die auf eine gerechtere und rationalere Weltordnung abzielt.
In einer Zeit globaler Konflikte stehe China, so sagte er, auf der „richtigen Seite der Geschichte“ und sei bereit, mit anderen Staaten zusammenzuarbeiten, um Frieden und Entwicklung zu fördern.
Ein Land, zwei Systeme und die Wiedervereinigung
Der Präsident berührte auch die Fragen von Hongkong, Macau und Taiwan. Er bekräftigte sein Bekenntnis zum Prinzip "ein Land, zwei Systeme" und betonte, dass der historische Trend zur Wiedervereinigung des Landes seiner Meinung nach unaufhaltsam sei.
Ausblick bis 2026
Xi Jinping bezeichnete das Jahr 2026 als das Jahr des Beginns des 15. Fünfjahresplans. Er forderte dazu auf, die Ziele zu festigen, das Vertrauen zu stärken, die Reformen zu vertiefen und eine qualitativ hochwertige Entwicklung fortzusetzen.
Zum Schluss verwendete er eine bildhafte Metapher, um zu Ausdauer und Mut aufzufordern: Der Weg sei lang, aber China gehe, seiner Meinung nach, mit festen Schritten vorwärts.
„Die Neujahrs-Sonne wird bald aufgehen“, schloss er seine Rede mit dem Wunsch nach Wohlstand für das Land und der Erfüllung der Wünsche aller Bürger.
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