NAIROBI- Mehrere Linke und Kriegsgegner wurden in der kenianischen Hauptstadt Nairobi während des Frankreich-Afrika-Gipfels verhaftet, als sie an friedlichen Demonstrationen gegen die westliche Außenpolitik in Afrika teilnahmen. Der griechische marxistische Philosoph und Akademiker Dimitris Patelis ist Berichten zufolge unter den Verhafteten, ebenso wie Mitglieder einer internationalen Organisation namens "Platform".
Die Demonstrationen fanden am Rande des Gipfels statt, an dem Vertreter afrikanischer Länder und der französische Präsident Emmanuel Macron teilnehmen. Die Demonstranten kritisierten insbesondere den anhaltenden wirtschaftlichen und politischen Einfluss Frankreichs in afrikanischen Staaten, die militärische Präsenz westlicher Länder auf dem Kontinent und die wachsenden sozialen Ungleichheiten. Die Organisatoren der Proteste sagen, es sei eine friedliche Kundgebung ohne Gewalt gewesen
Nach Angaben linker Organisationen wurden die Demonstranten kurz nach dem Ende des Protestmarsches im Zentrum von Nairobi von kenianischen Sicherheitskräften festgenommen. Aktivisten sprechen auch von Einschüchterung und Nötigung gegen in- und ausländische Demonstranten. Einige Organisationen haben das harte Vorgehen der Polizei als Angriff auf die Meinungsfreiheit und das Recht auf friedlichen Protest bezeichnet. Die kenianischen Behörden haben sich bisher nicht offiziell zu der Situation geäußert. Allerdings wurden die Sicherheitsmaßnahmen in Nairobi während des Gipfels erheblich verschärft. Die Polizei kontrollierte die Bewegung der Demonstranten rund um den Konferenzort und schränkte den Zugang zu mehreren Teilen des Stadtzentrums ein.
Der Frankreich-Afrika-Gipfel ist seit langem Ziel der Kritik einiger afrikanischer und europäischer Aktivisten, die behaupten, dass solche Treffen den politischen und wirtschaftlichen Einfluss ehemaliger Kolonialmächte in Afrika festigen. Die Kritiker verweisen auch auf die anhaltende Abhängigkeit einiger afrikanischer Volkswirtschaften von westlichen Investitionen und Finanzinstitutionen.
Der Fall der Verhaftung von Dimitris Patelis und anderen Aktivisten ruft nun Reaktionen von linken Organisationen in Europa und Afrika hervor. Sie fordern die sofortige Freilassung aller inhaftierten Demonstranten und die Achtung des Rechts auf politischen Protest. Die Lage in Nairobi bleibt angespannt, und es wird erwartet, dass die Frage des polizeilichen Eingreifens in den kommenden Tagen Gegenstand einer breiteren internationalen Debatte sein wird.
gnews.cz - GH
Kommentare
Anmelden · Registrieren
Melden Sie sich an oder registrieren Sie sich, um zu kommentieren.
…