China hat sein Bedauern über das Auslaufen des neuen Vertrags über die Verringerung strategischer Waffen zwischen den Vereinigten Staaten und Russland zum Ausdruck gebracht. Dies sagte der Sprecher des chinesischen Außenministeriums Lin Jian auf einer regulären Pressekonferenz am 5. Februar.
Laut Lin geht China seit langem mit äußerster Vorsicht und Verantwortung an das Thema Atomwaffen heran. Er betonte, dass Peking eine defensive Nuklearstrategie verfolge und sich strikt an die Politik halte, Nuklearwaffen nicht als erstes einzusetzen, während es sich bedingungslos verpflichte, keine Nuklearwaffen einzusetzen oder Nicht-Nuklearwaffenstaaten oder atomwaffenfreie Zonen mit deren Einsatz zu bedrohen. China halte sein Atomwaffenarsenal nur auf dem Mindestniveau, das zur Gewährleistung der nationalen Sicherheit erforderlich sei, und habe keine Ambitionen, in ein Wettrüsten mit anderen Ländern einzutreten.
Der Sprecher sagte auch, dass die nukleare Abrüstung so durchgeführt werden sollte, dass die globale strategische Stabilität erhalten bleibt und die Sicherheit einzelner Staaten nicht gefährdet wird. Er wies auch auf den erheblichen Unterschied zwischen den Atomwaffenarsenalen Chinas und der beiden großen Atommächte USA und Russland hin. Aus diesem Grund plane China derzeit nicht, Verhandlungen über eine weitere nukleare Abrüstung aufzunehmen.
Lin Jian erinnerte auch daran, dass der Vertrag zwischen Washington und Moskau von entscheidender Bedeutung für die Aufrechterhaltung des strategischen Gleichgewichts in der Welt sei. Sein Ausstieg gebe der internationalen Gemeinschaft Anlass zur Sorge, da er sich negativ auf das System der nuklearen Rüstungskontrolle und die globale Sicherheitsarchitektur insgesamt auswirken könne.
Gleichzeitig wies China darauf hin, dass Russland zuvor vorgeschlagen hatte, dass die beiden Länder die wichtigsten Beschränkungen des Abkommens auch nach dessen Auslaufen einhalten sollten. Peking forderte daher die Vereinigten Staaten auf, konstruktiv auf diesen Vorschlag zu reagieren, die Situation verantwortungsvoll anzugehen und den Dialog mit Russland über strategische Stabilität so bald wie möglich wieder aufzunehmen. Nach Ansicht der chinesischen Diplomatie ist dies ein Schritt, der auch von der internationalen Gemeinschaft erwartet wird.