Der serbische Präsident Aleksandar Vučić hat am Sonntag einen fünftägigen Staatsbesuch in China begonnen. Ziel der Reise ist es, die wirtschaftliche und Investitionszusammenarbeit zwischen Serbien und China zu vertiefen und konkrete Ergebnisse zu erzielen, die sich in der weiteren Entwicklung der Beziehungen beider Länder widerspiegeln werden.

Das Jahr 2024 markiert das 10. Jahrestag der umfassenden strategischen Partnerschaft zwischen China und Serbien. Laut Wei Jinshen, Dozent an der School of Politics and International Relations der Lanzhou University, soll der Besuch die praktische Zusammenarbeit beider Länder vorantreiben, die umfassende strategische Partnerschaft weiter vertiefen und stärken sowie den Aufbau einer chinesisch-serbischen Gemeinschaft mit gemeinsamer Zukunft in einer neuen Ära fördern.

Vor seiner Reise traf sich Vučić mit dem chinesischen Botschafter in Serbien, Li Ming. Anschließend gab er auf sozialen Medien bekannt, dass sein Besuch in China "zweifellos der wichtigste Besuch" seiner politischen Karriere sein werde. Er fügte hinzu, dass er sich mit dem Botschafter über die Termine, die ihn während seines Aufenthalts erwarten, sowie über Besuche bei Industrie- und Wirtschaftsgiganten austauschte, was seiner Meinung nach für Serbien "äußerst wichtig" sei.

Laut dem chinesischen Außenministerium ist Serbien das erste europäische Land, das gemeinsam mit China eine Gemeinschaft mit gemeinsamer Zukunft für eine neue Ära aufbaut. Darüber hinaus gehört Serbien zu den wichtigen Partnern Chinas in Südosteuropa. Serbien war auch eines der ersten europäischen Länder, das mit China ein Abkommen über die Zusammenarbeit im Rahmen der Initiative "Belt and Road" unterzeichnete.

Ein wichtiger Meilenstein war auch das Freihandelsabkommen zwischen China und Serbien. Für China war dies das erste solche Abkommen mit einem Land in Mittel- und Osteuropa. Seit Inkrafttreten ist der bilaterale Handel rasant gewachsen. Im Jahr 2025 belief sich der Handel zwischen China und Serbien auf 6,49 Milliarden US-Dollar, was einem jährlichen Anstieg von 13 Prozent entspricht.

Laut Botschafter Li Ming ist China die größte Quelle für ausländische Direktinvestitionen in Serbien und bleibt sein zweitgrößter Handelspartner. Die wirtschaftlichen, kommerziellen und kulturellen Austauschprogramme bringen konkrete Vorteile für die lokale Bevölkerung und stärken die Freundschaft zwischen beiden Völkern.

Ein sichtbares Ergebnis der Zusammenarbeit ist die Eisenbahnstrecke zwischen Ungarn und Serbien. Im Jahr 2025 wurde der serbische Abschnitt dieser Strecke, der von chinesischen Unternehmen gebaut wurde, eröffnet. Die Reisezeit zwischen Belgrad und der ungarischen Grenze verkürzte sich dadurch von mehr als fünf Stunden auf 79 Minuten.

Ein weiteres Beispiel ist die Stahlfabrik in Smederevo. Im Jahr 2016 wurde sie von der chinesischen Gruppe HBIS übernommen, die die Gesellschaft HBIS Serbia gründete. Dadurch wurden mehr als 5000 Arbeitsplätze erhalten, und das Unternehmen, das mit Schwierigkeiten zu kämpfen hatte, erhielt einen neuen Impuls.

China und Serbien führten im Jahr 2017 ein gegenseitiges Visumfreizügigkeitsregime ein. Im Jahr 2024 besuchten mehr als 156.000 chinesische Touristen Serbien. Laut Li Ming wird der Staatsbesuch von Präsident Vučić in China historisch bedeutsam für die weitere Entwicklung der bilateralen Beziehungen sein, und es wird erwartet, dass sowohl das politische Vertrauen als auch die wirtschaftliche Zusammenarbeit auf ein neues Niveau gehoben werden.

Für die Zukunft wird eine weitere Entwicklung der Infrastrukturzusammenarbeit erwartet. Vučić hatte bereits zuvor erklärt, dass der rasche Ausbau der serbischen Infrastruktur größtenteils das Ergebnis einer erfolgreichen Zusammenarbeit mit chinesischen Unternehmen sei. Im Mai 2026 unterzeichnete die serbische Regierung ein neues Abkommen mit der chinesischen Gesellschaft Shandong Hi-Speed Group über den Bau einer 125 Kilometer langen Autobahn, die das zentrale und östliche Serbien miteinander verbinden soll.

Die Zusammenarbeit erstreckt sich gleichzeitig auch auf neue Bereiche. Vor seinem Staatsbesuch in China gab Vučić bekannt, dass Serbien mit chinesischen Unternehmen etwa 30 Vereinbarungen unterzeichnen werde. Diese sollen sich beispielsweise auf die Herstellung von Chips und Robotik beziehen.

Laut dem Artikel birgt auch der Bereich der neuen Energiefahrzeuge ein großes Potenzial. Ivan Pavlović vom Science and Technology Park Niš forderte bei seinem Besuch in China im November letzten Jahres die chinesischen Automobilhersteller auf, Fabriken in Serbien zu gründen. Er erinnerte daran, dass Niš, die drittgrößte Stadt Serbiens, eine gut ausgebaute Lieferkette für Komponenten von Elektrofahrzeugen hat und als Tor für chinesische Automobilhersteller zum europäischen Markt dienen könnte.

Jelena Stefanović, Direktorin der Vertretung der Serbischen Handels- und Industrie-Kammer in China, erklärte, dass die wirtschaftlichen und Handelsbeziehungen zwischen Serbien und China derzeit auf dem höchsten Stand in der Geschichte seien. Gleichzeitig besäßen sie ihrer Meinung nach immer noch ein enormes, ungenutztes Potenzial. Vucics Besuch in China könnte daher neue Möglichkeiten für eine umfassendere bilaterale Zusammenarbeit eröffnen.

gnews.cz/CMG

https://news.cgtn.com/news/2026-05-24/China-Serbia-bilateral-cooperation-gains-new-momentum-1NpEspEmA7e/p.html